ANKLAM UND UMGEBUNG


Anklam – das südliche Tor zur Insel Usedom – liegt ein paar Kilometer landeinwärts und wird von vielen Usedom-Gästen nur als Durchfahrtsort genutzt. Dabei kann sich die >Otto-Lilienthal-Stadt< mit einem wahren Pionier des Flugzeitalters schmücken, dessen Leben und Werk im gleichnamigen Museum dokumentiert wird. Die flache und teilweise von Moorland be- deckte Umgebung Anklams ist ideal für Radtouren.

Das Steintor ist ein Wahrzeichen Anklams
Das Steintor ist ein Wahrzeichen Anklams

Anklam

Reiseatlas: S. 222, A 1 Die kleine Stadt am Südufer der Peene, an deren Nordufer sich das wunderschöne Naturschutzgebiet Peenetalmoor erstreckt, kann anders als Wolgast nur wenige Sehenswürdigkeiten aufweisen. Rund 70 % der Altstadt wurden 1945 zerstört. Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit ließ nicht nur Einfühlungsvermögen in eine gewachsene Stadtstruktur vermissen, sondern, wie in vielen Städten, auch jeglichen Sinn für eine menschenfreundliche Ästhetik. Gleichwohl gibt es noch einige Zeugen einer einstmals prosperierenden Vergangenheit – und es gibt die allerorten unübersehbare Erinnerung an Anklams berühmtesten Sohn, den Flugpionier Otto Lilienthal (s. S. 156f.).

Anklam wurde 1994 zur Verwaltungshauptstadt von Ostvorpommern ernannt und erhielt somit immerhin einiges an in dieser Region raren Arbeitsplätzen. Auch wurde das städtische Theater Hauptsitz der Vorpommerschen Landesbühne, die auch die Sommerbühnen auf der Insel Usedom bespielt. Doch darüber hinaus kann man sich nur noch mit viel Fantasie vorstellen, dass Anklam einst eine der reichsten und prachtvollsten Städte Pommerns war.

Kirchenbauten

Die einstmals slawische Siedlung Tanchlim, im 13. Jh. zur Stadt angewachsen, war von 1283 bis ins 16. Jh., als die Pommernherzöge das reiche Anklam beanspruchten, eine unabhängige Hansestadt. Die beiden Kirchen aus jener Zeit zeugen noch heute von Macht und Ansehen einer Gemeinde, die sich offenbar solch große Gotteshäuser leisten konnte.

Die wuchtige spätromanisch-gotische Marienkirche, im 13. Jh. von Mönchen des Klosters Stolpe gegründet, ist heute in mehr oder weniger restauriertem Zustand erhalten, auch wenn die Sanierungsarbeiten, die 1992 begonnen wurden, noch anhalten werden. Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs nur relativ geringfügig zerstört und konnte unmittelbar nach dem Krieg wieder instand gesetzt und genutzt werden.

Auch die Nikolaikirche wird noch eine Weile brauchen, bis sie wieder in vollem Umfang genutzt werden kann. Das Gebäude, das um 1300 errichtet wurde, war 1945 nur noch ein steinerner Torso, der erst spät zumindest halbwegs gesichert wurde. Seit 1993 bemüht sich ein Förderverein um den Wiederaufbau oder doch zumindest den Erhalt der Kirche. Immerhin konnte 1996 eine Notüberdachung gebaut werden, und 1999 war sie immerhin das erste Mal seit Kriegsende wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Es fehlt jedoch an Geld, um weitere Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, wie zum Beispiel der Erhalt der wert-vollen mittelalterlichen Fresken.

Im Jahr 2000 wurden vom Förderverein zur Restaurierung der Kirche bereits diverse Veranstaltungen im Kirchenraum durchgeführt, wie Konzerte und Adventsmärkte, um Geld für die Weiterführung der Instandsetzung zu sammeln. Zur Regel wurden sie jedoch noch nicht, da die andauernden Bauarbeiten keine langfristigen Planungen zulassen.

Steintor und Pulverturm

Wahrzeichen von Anklam und beliebtestes Fotomotiv ist das Steintor, das als einziges Stadttor erhalten blieb. Der 32 m hohe, spätgotische Turm aus dem 15. Jh. in schönster Backsteinornamentik beherbergt in seinen fünf Stockwerken das Museum für Regio-nalgeschichte. Bis ins 19. Jh. hinein diente der Turm als Gefängnis. Heute bietet er von ganz oben, sofern man die 111 Stufen erklimmen mag, einen wunderbaren Rundblick über Anklam und die Peeneniederung (Di-Fr 10-17, Sau. So 14-17 Uhr).

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Anklam zur schwedischen Festung ausgebaut, mit weitläufigen Bollwerken und Befestigungsanlagen vor der Stadtmauer. Davon existiert nur noch der Pulverturm im Stadtpark südlich der Altstadt, wo auch noch ein paar Rudimente der mittelalterlichen Stadtmauer zu sehen sind (Großer Wall). Älter ist das Türmchen an der B 109 Richtung Pasewalk, ein Wachturm, Hoher Stein genannt, der ab dem Jahr 1458 als Vorposten zum Ausspähen von Feinden errichtet wurde.

Lassan

Reiseatlas: S. 220, B/C 3 Der kleine Ort am Peenestrom gegenüber dem Lieper Winkel ist kein Seebad, sondern ein winziges Landstädtchen, das bereits im 13. Jh. das Stadtrecht verliehen bekam. Anders als Wolgast oder Anklam wuchs Lassan jedoch nie zu großer Bedeutung heran. Es lag zu abseits von Handelswegen, und den Zugang zur Ostsee via Peenestrom kontrollierten bereits Kröslin und Wolgast. So blieb die Beschaulichkeit einer Gemeinde erhalten, die sich seit jeher überwiegend von der Fischerei und der Landwirtschaft ernährte.

Geduckte Häuser und Kopfsteinpflaster kennzeichnen den Ort, in dem sogar noch einige Teile der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten sind. Se-henswert ist vor allem die Stadtkirche St. Johannis aus dem 13. Jh., die einen überaus üppigen Altaraufsatz und eine Kanzel des Stralsunder Bildhauers Elias Keßler von 1727 beherbergt.

In der etwa 100 Jahre alten Lassa- ner Mühle ist heute ein Heimatmuseum untergebracht, das neben den Maschinen der alten Wassermühle auch zahlreiche lokale Exponate aus der Regionalgeschichte zur Schau stellt (Ju- ni-Sept. Mo-Fr 10-12, 13-16 Uhr, Sa 10-12,14-16 Uhr, So 10-12 Uhr).

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