Ausfluge nach Polen 2


Gründung Swinemündes

König Friedrich II., Sohn des sparsamen Friedrich Wilhelm, war in Sachen Landverbesserung und -gewinnung zwar erfolgreicher – so ließ er das Oderbruch im Hinterland Pommerns erschließen und das Thurbruch auf Usedom trockenlegen -, und zudem investierte er mehr Geld, doch auch diesmal wurden die Bemühungen nach der ersten Sturmflut zunichte gemacht. Die Swine blieb nur eingeschränkt schiffbar.

Immerhin folgten zahlreiche Siedler dem Aufruf Friedrichs, sich an der Swine niederzulassen. Sie kamen aus allen Ecken Preußens und auch aus den Nachbarländern, angelockt von zahlreichen Vergünstigungen wie begrenzter Steuerfreiheit und kostenlosem Bauholz. Durch den Zustrom der Neu-siedler entwickelte sich Westswine zum Leichterhafen und wurde Swinemünde, bzw. Schwienemünde, getauft.

Als Vorpommern und somit auch das schwedische Wolgast nach dem Wiener Kongress im Jahre 1815 Preußen zugeschlagen wurde, schien die ganze Swine-Angelegenheit überflüssig. Aber man hatte mittlerweile erkannt, dass ein Ausbau des Durchflusses den Weg zwischen dem wirt-schaftlich blühenden Stettin und den Ostseeanrainern erheblich verkürzen würde.

Ab 1818 wurden schließlich die Molen an der Hafeneinfahrt von Swinemünde gebaut, teilweise aus den Felsbrocken des Vineta-Riffs, wodurch die weitere Versandung zumindest in diesem Abschnitt der Swine verhindert werden konnte. Die Westmole ist 1020 m lang und mit einer weißen Bake, einem Seezeichen in Form einer Windmühle, bestückt, die mittlerweile so etwas wie eine Art Wahrzeichen des Swinemünder Hafens geworden ist. Die Ostmole ist noch länger, nämlich 1372 m.

Doch erst in den Gründerjahren, zwischen 1875 und 1880, gelang der endgültige Durchbruch – buchstäblich. Denn anstatt sich weiterhin mehr oder weniger erfolgreich um die eigenwillige Swine zu bemühen, wurde kurzerhand ein Kanal gebaut, der Kanal Mielinski (Mellinfahrt) und Kanal Piaskowski (Kaiserfahrt) genannt wurde.

Die Bemühungen des preußischen Staates bzw. des deutschen Reiches galten fürderhin der Entwicklung der Stadt als Handels- und Marinestütz-punkt. Der Kaiser nannte zwar im 19. Jh. keine nennenswerte Marine sein Eigen, fühlte sich aber durch die dänische Bedrohung, Schleswig ein-zunehmen, dazu herausgefordert, eine Seemacht – eher ein Seemächtchen – aufzubauen. In Swinemünde entstanden bereits Mitte des 19. Jh. massive Befestigungen. Schließlich wurde dort eine kleine Flottengarnison stationiert und um die Wende zum 20. Jh. folgten Kasernen für die Infanterie.

Nach 1933 wurde auf der Insel Kar- sibör (Kaseburg), die erst gut 50 Jahre zuvor durch den Kanalabschnitt >Kai- serfahrt« zu einer Insel geworden war, ein U-Boot-Hafen angelegt, und in Swinemünde selbst wurden Torpedoboote stationiert. Eine Entwicklung, die schließlich am Ende des Zweiten Weltkriegs zur Bombardierung Swinemündes führte (s. S. 86).

Hafeneinfahrt

swinemunde-weisse-muhle

Wer Swinemünde von Ahlbeck über den Fußweg zum Flohmarkt erreichen will, wird von der Stadt und dem Seebad nicht viel mitbekommen. Die Buden mit dem vielfältigen Billigangebot lenken den Blick von dem westlichen Vorort der Stadt ab. Das einstmals gepflegte Viertel mit Villencharakter wirkt noch immer reichlich vernachlässigt, da sich dort in den einstigen Offiziershäusern aus den 1930er Jahren nach dem Krieg die Befehlshaber der sowjetischen Armee niedergelassen hatten, deren Interesse an der Grenze zum kapitalistischen Westen keineswegs den Erhalt ihrer Unterkünfte ein bezog.

Die meisten Besucher, die sich weniger für den >Polenmarkt<, sondern mehr für die Stadt Swinemünde interessieren, reisen ohnehin mit dem Schiff an. Die Boote legen von allen Usedom- Seebädern mit Seebrücke ab und schippern dann bis zum Hafen am Stadtzentrum Swinemündes.

Wie lang die Molen sind, wird bei der langsamen Einfahrt in den Hafen deutlich. Einige der historischen Sehenswürdigkeiten befinden sich links und rechts der Hafeneinfahrt, auch wenn man sie nicht unmittelbar sieht. Auf der rechten Seite erhebt sich inmitten eines Dünenwaldes die Engelsburg, die Hauptfestung aus dem 19. Jh. Sie wurde ebenso wie die auf dem östlichen Swineufer liegenden Kasematten zunächst von der deutschen Wehrmacht ausgebaut und nach 1945 von der Sowjetarmee genutzt. Der Leuchtturm, der an klaren Tagen auch von Ahlbeck zu sehen ist, kommt bereits bei der Einfahrt ins Blickfeld. 1859 gebaut, galt er damals mit seinen 68 m als der höchste Europas und ist noch heute der höchste Polens.

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