Ausfluge nach Polen 3


Hafenareal

Ein paar Schritte von der Anlegestelle der Fähren vom westlichen Usedom entfernt befindet sich am plac Rybaka das alte, spätklassizistische Rathaus, in dem heute das Museum für Hochseefischerei (Muzeum Rybolöwstwa) untergebracht ist. Die Exponate sind ein Sammelsurium zur Geschichte Swinemündes, teilweise auch mit deutsch beschrifteten Tafeln. Interessant ist vor allem die Postkartensammlung aus der Zeit, als Swinemünde noch ein veritables Seebad war (Di-So 9-15 Uhr.Schlendert man weiter am Ufer entlang, dem Wybrzeze Wtadistawa (Unterbollwerk), laden neben einigen Cafes auch Stände mit Bernsteinschmuck zum Stöbern ein, wo man durchaus hin und wieder originelle und hübsche Kreationen finden kann. Schließlich kommt man dort zu der kleinen Fähre, die Uznam mit Wolin verbindet. Sie verkehrt alle paar Minuten, ist kostenlos für Fahrradfahrer und Fußgänger und hoffnungslos überlastet. In Swinemünde wird daher darüber nachgedacht, eine Brücke oder einen Tunnel zu bauen, um den zunehmenden Verkehrsfluss bewältigen zu können. Umweltschützer sind von der Idee jedoch keineswegs begeistert, garantiert die altertümliche Fähre doch zumindest, dass nicht allzu viel motorisierter Verkehr in das Naturschutzgebiet von Wolin strömt. Die Fähre ist ohnehin nur für lokale Autofahrer zugelassen. Alle anderen Motoristen müssen den Umweg kurz vor Kaseburg nehmen.

nationalpark-wollin

Nationalpark Wollin

Hier in der Flafengegend kann man auch beobachten, dass Swinemünde keine Anstrengung scheut, wieder zum alten Glanz zurückzufinden. Es entstehen viele Neubauten, die dem alten Stadtbild angeglichen, aber dennoch der Postmoderne verpflichtet sind.

Stadtzentrum

Vom Hafen aus sind es nur ein paar Schritte zum zentralen Platz, dem plac Wolnosci, einstmals Kleiner bzw. Großer Markt. Von dort gehen die Straßen ab, in denen sich neben den Läden des alltäglichen Bedarfs auch Boutiquen mit eleganterer Ware zu gepfefferten Preisen befinden.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum plac Wolnosci hat die Christuskirche auf dem plac Koscielny (Kirchhofplatz) aus dem Jahr 1792 die Zeiten und die Bomben überdauert, deren Innenraum von einem 2 m hohen Votivschiff geschmückt wird.

Gegenüber der Kirche befand sich einst die Stadtapotheke (heute in der ul. Marynarzy 7), die der Vater Theodor Fontanes von 1827 bis 1832 führte. Das Haus hat wie so viele auf dem verkehrsreichen Platz die Zeiten nicht überstanden. Doch immerhin wurde an dem Nachfolgebau eine Tafel zur Erinnerung an Theodor Fontane angebracht.

Seebadviertel

Was Besucher, Prospekte und Historie rühmen, war nicht die geschäftige und letztlich dunkle Seite Swinemündes, sondern das strahlende Seebad.

Bereits ab 1825 bemühten sich die Stadtväter um den lukrativen Erwerbszweig des Bädertourismus, nachdem dieser im mecklenburgischen Heiligendamm und im rügenschen Putbus prestigeträchtige, nämlich adlige und reiche Gäste angelockt hatte. Jedoch sollte es noch eine ganze Weile dauern, bis das Viertel in Strandnähe entstand.

Als Badeort entwickelte sich Swinemünde zunächst durchaus erfolgreich – immerhin war es das erste preußische Seebad. Ein Kurpark wurde angelegt, heute der Park Zdrojowy, den der damals beste Landschaftsarchitekt des Königreichs, Peter Joseph Lenne, gestaltete. Leider wurde die schöne Anlage kaum gewürdigt. Nach nur wenigen Jahren war von Lennes Konzeption nicht mehr viel übrig geblieben. Heute ist es jedoch eine hübsche Waldanlage, die immer noch reizvolle Spaziergänge bietet.

Doch zurück in die Vergangenheit. Der Status als Seebad wurde über Jahre als selbstverständlich genommen, bis die neuen Seebäder zwischen Ahl- beck und Zinnowitz das selbstbewusste Swinemünde überflügelt hatten. Die Stadt litt nämlich an einem entscheidenden Manko: Sie lag zu weit vom Ostseestrand entfernt.

So besann man sich erst ab 1888 darauf, dem Beispiel der Konkurrenz zu folgen und in Strandnähe einen prachtvollen neuen Stadtteil aus dem Boden zu stampfen, samt einem luxuriösen Kurhaus und einer Promenadenverlängerung, die über 16 km bis nach Bansin reichte. Swinemünde entwickelte sich schließlich zum größten Seebad an der deutschen Ostseeküste, ein Ort der preußischen Superlative. Die Schriftstellerin Carola Stern schrieb in ihren Ahlbecker Kindheitserinnerungen über Swinemünde: »Als See- und Solbad, eleganter als Bansin und Heringsdorf, als Ostseehafen in einem Atemzug genannt mit Pillau oder Kiel, als Garnison und Flottenstützpunkt hoher Offiziere…«

Während die Innenstadt durch die Bomben von 1945 nahezu vollständig zerstört wurde, blieb das Seebad fast unversehrt. Und so präsentiert sich dieses Viertel am Meer heute fast wie zur Hochzeit des alten Bäderwesens.

Die schicken Villen und Pensionen in schönster Seebäderarchitektur sind immer noch außerordentlich ansehnlich, freilich nicht immer so herausgeputzt wie die Bäder im benachbarten deutschen Teil Usedoms, wo nach der Wende viel Geld investiert wurde. Investitionen gibt es mittlerweile aber auch im polnischen Usedom. Hotels und Pensionen werden den gehobenen Ansprüchen angepasst und manche heruntergekommene Villa erfährt eine liebevolle Restaurierung.

Unmittelbar an der Promenade entstand der Baltic-Park, eine luxuriöse Ferienanlage, die ein großes Hotel, Ferienwohnungen, Läden und Restaurants sowie eine Seebrücke umfasst. Seit 2005 wird das 100 Mio. Euro teure Projekt schrittweise in Betrieb genommen.

Doch auch jenseits der modernen Anlage kann man sich an dem reizend altmodischen Charme des Seebades erfreuen und natürlich an der freundlichen, manchmal galanten Höflichkeit, die Vermieter, Wirte und all die Verkäufer, die an der Promenade Souvenirs und Erfrischungen anbieten, jedem Gast entgegenbringen.

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