Ausfluge nach Polen


UZNAM (USEDOM)

Der östliche Zipfel Usedoms ist die unbekannte Seite der Insel, obwohl das dortige Seebad Swinoujscie (Swinemünde) das älteste und größte Usedoms ist – ein Stückchen Seebäder-Geschichte, die der Politik und fast dem Vergessen zum Opfer fiel. Doch Sand-strand und Bäderfreuden setzen sich auch auf dem polnischen Teil der sonnigen Ostsee-Insel fort, nur dass dort eine andere Sprache gesprochen wird.

Die Grenze

Reiseatlas: S. 224 A/B 2/3 Etwa 500 m östlich von Ahlbeck befindet sich der Grenzübergang zum polnischen Teil der Insel. Dieser kleine Zipfel Usedoms wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Polen zugeschlagen – heißt seither polnisch Uznam – und ist ein scheinbar unbedeutendes, von Sumpfland und Wald durchzogenes Gebiet. Doch von strategischer Bedeutung ist, dass sich dort die größte Stadt Usedoms befindet, mitsamt einem der größten Fährhäfen an der Ostsee und traditioneller Militärstützpunkt: Swinoujscie oder Swinemünde.

Diese nach dem Potsdamer Abkommen (1945) festgelegte Grenze war keineswegs ein Herzensbedürfnis der Polen, vielmehr lag sie vor allem im Interesse Stalins. So wurden damals Hunderttausende Polen von den Sowjets aus dem Osten ihres Landes an die neue Westgrenze deportiert, während die ehemals deutschen Bewohner Pommerns vertrieben wurden oder ohnehin flohen. Beide Bevölkerungsgruppen mussten sich seither mit Realitäten abfinden, die sie nicht selbst gewählt hatten, auch wenn der Tourismus – und eine neue Generation – alte Animositäten in den Hintergrund rücken lässt.

Die Grenze zwischen Deutschland und Polen ist an dieser Stelle seit Jahren mehr oder weniger durchlässig, wenn auch der Austausch aufgrund des wirtschaftlichen Unterschieds nicht immer ausgewogen ist, was sich allerdings nach dem Beitritt Polens in die EU relativiert hat. Man findet polnische Angestellte auf der deutschen Seite Usedoms und Millionen von deutschen Touristen auf der polnischen. Die wenigsten kommen allerdings, um den anderen Teil Usedoms kennen zu lernen oder gar die Nachbarinsel Wolin (Wollin) zu erkunden. Hauptmotiv ist das preiswerte Shopping in den polnischen Seebädern, die von Usedom bequem per Schiff erreicht werden können, oder auf dem riesigen Flohmarkt unmittelbar hinter der Grenze.

Swinemünde Strand
Swinemünde Strand

Swinoujscie (Swinemünde)

Reiseatlas: S. 224, B 2/3 »Die Stadt war sehr häßlich und sehr hübsch«, schrieb Theodor Fontane recht diplomatisch in seinen Erinnerungen über den Ort seiner Kindheit. Das war vor über 180 Jahren, als Fontane in Swinemünde lebte. Doch diese ambivalente Charakterisierung ist noch immer zutreffend. Flübsch ist Swinemünde wohl, wenn man auf die vereinzelte Gründerzeitarchitektur achtet, durch die lebhaften Straßen schlendert und vor allem das Seebadviertel am Strand besucht, blässlich ist die Stadt jedoch überall dort, wo Industrie und vor allem Militär ihre Spuren hinterlassen haben.

So ist der Hafen, der viertgrößte Polens, denn nur in zweiter Linie Anlegestelle für weiße Ausflugsschiffe oder die Fähren nach Schweden oder Dänemark. Vielmehr beherrschen zahlreiche Kräne und Industrieanlagen sowie die grauen Schiffe der polnischen Marine den Anblick. Und man muss bedenken, dass Swinemünde 1945 gründlich zerstört wurde – und die rasch hoch gezogenen Neubauten der Nachkriegszeit, aus der Wohnungsnot geboren, haben noch keinem Stadtbild wohlgetan.

Ursprünge

Industrie, Handel und Militär haben Swinemünde von Anbeginn geprägt. An dem Durchfluss Öwina (Swine) zwischen Stettiner Haff und Ostsee hatte sich nie eine großartige Kultur entwickelt. Die Swine war kein bedeutender Handelsweg. Sie mäanderte zwischen Wolin und Usedom dahin und neigte zum Versanden. Noch heute sind in der Stara Swina (Alten Swine), dem natürlichen Verlauf des Durchbruchs zur Ostsee, zahllose Sandbänke und Inselchen verteilt.

Bis ins 18. Jh. gab es Swinemünde noch gar nicht, nur zwei Dörfer an beiden Ufern des Flusses namens Westswine und Ostswine, von denen lediglich überliefert ist, dass sie sich die Einwohner gelegentlich wegen Kleinigkeiten in die Haare gerieten.

Der Ausbau zur Stadt war dann letztlich den Schweden zu verdanken, indirekt zumindest, denn der einzige Schifffahrtsweg zwischen Haff und Ostsee führte über den Peenestrom vorbei am damals schwedischen Wolgast, in dem gepfefferte Wegezölle erhoben wurden. Usedom, Stettin und Hinterpommern gehörten zu Preußen, Vorpommern westlich der Peene zu Schweden.

Der Erste, der Anfang des 18. Jh. in Erwägung zog, die Swine schiffbar zu machen und damit die Zölle und Abgaben im schwedischen Wolgast zu umgehen, war der sparsame Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. Allerdings war er so sparsam, dass er nicht ausreichend Mittel aufbringen wollte, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Es ging ja nicht nur um den Fluss, sondern man brauchte auch eine verlässliche Hafenstadt mit einer Infrastruktur, die den Schiffsverkehr erst lukrativ machte. Mit den beiden Dörfern Ost- und Westswine war da kein Staat zu machen.

Zudem erwies sich die Swine als recht anfällig für die Macht der Gewässer. Kaum hatte man ein bisschen gebaggert und befestigt, schon machte eine herbstliche Flut alles wieder zunichte.

See more: Croisière Mekong Ho Chi Minh | tour ninh binh 1 jour | visas pour le vietnam | saigon phnom penh bateau | voyage au vietnam et cambodge



EINE SENSIBLE LANDSCHAFT – DIE ODERMONDUNG

EINE SENSIBLE LANDSCHAFT – DIE ODERMONDUNG

April 4, 2019

Als -Landschaft pur- könnte man die Odermündung bezeichnen, ein Gebiet, das die beiden Inseln Usedom und Wolin, das Stettiner Haff und das angrenzende Festland umfasst. Es sieht dort nicht nur so seelentröstend schön aus mit den Stränden, dem ewig rauschenden…  Đọc tiếp

METROPOLE SZCZECIN (STETTIN) 2

METROPOLE SZCZECIN (STETTIN) 2

April 4, 2019

Schloss der Pommerschen Herzoge Im Mittelpunkt des Stettiner Stadtbilds steht unübersehbar das alte Schloss der Pommerschen Herzoge (Zamek Ksigzgt Pomorskich), das 1945 nach Bombenangriffen völlig ausgebrannt war, aber bis 1980 rekonstruiert wurde. Die kostbare Innenausstattung war größtenteils vernichtet oder ver-schwunden…  Đọc tiếp

METROPOLE SZCZECIN (STETTIN)

METROPOLE SZCZECIN (STETTIN)

April 4, 2019

Ein Ausflug in die größte pommersche Metropole – einstiges Zentrum pommerscher Herrlichkeit und Macht – gehört zu den Höhepunkten eines Urlaubs auf Usedom. Die angebotenen Ausflüge dauern zwar nur einen Tag lang, ermöglichen aber zumindest ei-nen Eindruck dieser alten und…  Đọc tiếp

INSEL WOLIN (WOLLIN) 3

INSEL WOLIN (WOLLIN) 3

April 4, 2019

Stadt Wolin (Wollin) Reiseatlas: S. 225, F 2 Wolin hat zwar der ganzen Insel den Namen gegeben, oder vielleicht auch umgekehrt, aber der Ort gehört zweifellos zu den ältesten Ansiedlungen auf dieser Insel, auch wenn dessen Ursprünge kaum bekannt sind.…  Đọc tiếp

INSEL WOLIN (WOLLIN) 2

INSEL WOLIN (WOLLIN) 2

April 4, 2019

Miedzyzdroje (Misdroy) Reiseatlas: S. 225, D 2 Der altehrwürdige Badeort Mi^dzyz- droje (Misdroy) kann sich nicht nur eines breiten Sandstrands mit einer 3 km langen Promenade sowie romantischer Klippen, die bis zu 95 m tief ins Meer abfallen, sondern auch…  Đọc tiếp