BOMBEN AUS PEENEMÜNDE


»Als am 3. Oktober 1942, erstmals in der Geschichte der Menschheit, ein Flugkörper in den Weltraum eingedrungen war, begann ein neues Zeitalter – die Raumfahrt.« So lautet der erste Satz in einem militärgeschichtlichen Reiseführer über Peenemünde,der 1995 erschien.

Stets wird vom Geburtsort der Raumfahrt erzählt, vom phänomenalen Durchbruch in der Entwicklung der Technik, vom Traum, den Weltraum und somit auch den Mond zu erobern. Was aber letztlich wirklich erfunden werden sollte, war eine Waffe, gegen die es keine Abwehr gab.

Ende 1929 beschloss man, die Entwicklung einer Rakete mit flüssigem Treibstoff zu intensivieren. Bislang wurde ein fester Treibstoff (Kordit) benutzt, der viel zu schwer war, um eine weit reichende und gleichzeitig schlagkräftige Waffe transportieren zu können. 1932 fanden die ersten Versuche auf dem Gelände des Heereswaffenamtes in Kummersdorf, ca. 30 km südlich von Berlin, zum Raketenantrieb mit einer Al- kohol-Sauerstoff-Mischung statt. Doch die Anlage war zu klein, zumal für ein aufwendiges und kostspieliges Sauerstoffwerk. Die Vorgabe für eine solche Rakete lautete, dass jenes Triebwerk eine Tonne Sprengstoff über 300 km ins Ziel bringen sollte. Die Militärs bezeichneten dies allerdings nicht als Bombe, sondern als »militärisch interessante Nutzlast«, die eine solche Rakete zu transportieren hatte.

Als man nach der Machtübernahme der Nazis schließlich 1936 nach Peenemünde umgezogen war, hielt man an dem vielversprechenden Programm fest. Die Wissenschaftler jedoch glaubten, oder rechtfertigten vor sich und der Welt, dass sie an der Erforschung einer Weltraumrakete arbeiteten – eine »rein wissenschaftliche Einstellung«, die auch Robert Oppenheimer, der A/ater der Atombombe«, teilte. Wernher von Braun, wissenschaftlicher Leiter der Raketenentwicklung in Peenemünde und ganz humanistisch gebildeter Akademiker, sprach selbst von einem »faustischen Projekt« – man möchte ja so gerne wissen, aber weiß nie, welche Kräfte man damit hervorruft.

An jenem denkwürdigen 3. Oktober, an dem 1942 die erste so genannte Weltraumrakete startete, fand keineswegs der Vorstoß in außerirdische Gefilde statt. Die Versuchsrakete stieg zwar 85 km in den Luftraum hinauf, das Weltall beginnt jedoch erst, international und wissenschaftlich festgelegt, ab 100 km Höhe (Kär- män-Line. Dass diese Rakete dann V1 (V für Versuch) oder als spätere Entwicklung V2 genannt wurde, hatte nur vordergründig mit »Versuch« zu tun. In der Peenemünder Wissenschaftssprache hieß sie Aggregat 4 oder 5 – A4 bzw. A5. Erst Goebbels griff das V auf und nannte sie Vergeltungswaffe, als sie nach der verlorenen »Luftschlacht um England« eingesetzt werden sollte.

In London fand anlässlich der Mondlandung 1969 eine Ausstellung statt. Dort war auf einem Foto ein Bombenkrater der V2 zu sehen, mit dem trockenen Untertitel: »Der erste Schritt zum Mond«.

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