DIE HERRSCHAFT DER POMMERNHERZOGE


Die Pommernherzöge erscheinen nur für rund 500 Jahre in der Geschichte. Sie geben ein gutes Beispiel für den verzweifelten Kampf eines Volkes gegen eine Übermacht, der es mit Geschick und Anpassungsvermögen lange Zeit zu trotzen vermochte und dennoch nach 16 Generationen aufgrund von innerem Unfrieden und herrschaftlicher Ermüdung unterlag. Das Geschlecht der Greifen stammte von jenen slawischen Fürsten ab, die die legendären Burgwälle erbauten und gewählte »Häuptlinge« einer relativ freien Gesellschaft waren, ja eine für damalige Verhältnisse nahezu demokratische Herrschaftsform hatten – ein Erbe der keltischen, skandinavischen und germanischen Frühformen der Gesellschaft.

Mit dem expansiven und keineswegs friedlichen Christentum, das im Mittelalter ohnehin eher ein Vorwand für Eroberungsfeldzüge war, bildete sich in Angleichung deutschen Erbadels auch im pommerschen Wendenland notwendigerweise eine Herrschaftsschicht heraus. Notwendig deswegen, weil ansonsten kein Verhandlungspartner vorhanden gewesen wäre. Der erste in deutschen Urkunden erwähnte Vertreter des pommerschen Herrscherhauses war Wratislaw I., der sich 1124 taufen ließ, um zumindest seine Privilegien und seinen Herrschaftsanspruch im Pommernland zu retten. Dadurch wurde ihm unter dem deutschen Kaiser die Herzogswürde verliehen, was ihn zwar zum kaiserlichen Lehensherrn, aber doch zu einem autonomen Herrscher machte, der dadurch vor anderen Eroberungsansprüchen geschützt war. Denn noch gab es keine Kolonialisierungsbestrebungen anderer Herrscher.

Kaiser Barbarossa belehnte den Nachfahren Wratislaws, Bogislaw I., 1181 erneut mit dem Herzogtum Pommern, ein Privileg, das nicht das Papier wert war, auf dem es stand. Denn schon vier Jahre später musste Bogislaw auch die Lehenshoheit des Dänenkönigs Knut VI. anerkennen, um Krieg und Unterwerfung zu verhindern. Bis 1227 unterstand Pommern der Dänischen Krone. Barbarossa und seine Nachfolger waren eher in Richtung Süden, sprich Italien und später Palästina, orientiert. Das pommersche Lehen interessierte sie recht wenig.

Als sich Brandenburg mit dem Einzug der Hohenzollern als neue Macht herausbildete, neigten sich die Pommernherzöge Barnim I. und Wratislaw II. im 13. Jh. vorsichtshalber den deutschen Nachbarn zu, die ihnen, da deutsche Mönche und Siedler das Land ohnehin sukzessive in Anspruch nahmen, zumindest eine gewisse Souveränität versprachen. Nun aber begann ein innerer Streit im Pommerngeschlecht. Und so wurde 1295 Pommern erstmals in die Herzogtümer Pommern-Wolgast und Pommern-Stettin aufgeteilt. Erst Herzog Bogislaw X. (1454-1523), der zu den Heroen des Greifengeschlechts zählt und deswegen den Titel >der Große« erhielt, konnte das Land wieder einen. Allerdings setzte sich die Teilung des Pommernlandes nach seinem Tod fort. Es gab Pommern-Barth, Pommern-Wolgast, Pommern-Stettin und etliche Klein-Herzogtümer. Für die besser organisierten und gierigen Nachbarn blieb es jedoch immer einfach nur Pommern. Die diversen Teilungen wurden von außen gewiss mit Wohlwollen betrachtet, erleichterten sie doch Intrigen und Gebietsansprüche.

Neben Erbstreitereien gab es aber durchaus auch kulturelle Bestrebungen. Herzog Wratislaw IX. gründete zum Beispiel 1426 die Universität Greifswald, eine der ältesten des heutigen Deutschland. Zwischen 1532 und 1541 gab es erneut eine erbbedingte Teilung Pommerns. Erst der letzte Herzog, Bogislaw XIV. (1580-1637), seit 1620 Herzog von Stettin, konnte Pommern wieder vereinigen. Allerdings weniger aus politischem Kalkül, sondern vielmehr, weil sein Vetter Philipp Julius, Herzog von Pommern-Wolgast, 1625 starb und Bogislaw ganz Pommern übernehmen konnte. Allerdings starb auch Bogislaw 1637 kinderlos – und damit war das gesamte Greifengeschlecht ausgestorben. Pommern als Herzogtum und letztes Refugium der slawischen Herrscher verließ damit den Schauplatz der Geschichte.

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