EINE SENSIBLE LANDSCHAFT – DIE ODERMONDUNG


Als -Landschaft pur- könnte man die Odermündung bezeichnen, ein Gebiet, das die beiden Inseln Usedom und Wolin, das Stettiner Haff und das angrenzende Festland umfasst. Es sieht dort nicht nur so seelentröstend schön aus mit den Stränden, dem ewig rauschenden Meer, dem weiten Haff, den stillen Seen, den Wäldern, Wiesen und Auen, dass es unzählige Touristen anzieht, sondern die kleinen und größeren Biotope bieten auch einer vielfältigen Fauna und Flora eine selten gewordene Heimstatt. Noch denn Umweltschäden bilden eine schleichende Gefahr, deren Bewältigung zudem durch die Grenze zwischen Polen und Deutschland erschwert wird. Die Oder und mit ihr das Mündungsgebiet bedeutet für manche Altvorderen in Deutschland einen Stachel im Fleisch, für viele Polen immer noch ein verwundbares Grenzgebiet. Zusammenarbeit zum Vorteil einer gemeinsamen Landschaft wird dadurch nicht gerade erleichtert.

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Der gefrorene Fluss Oder

Die Naturfreunde Internationale (NFI), eine Dachorganisation von 18 Landesverbänden aus ganz Europa mit Konsultativstatus beim Europarat und bei der UNESCO, hat für den Zeitraum 1993/94 ausgerechnet dieses ökologisch und politisch sensible Gebiet als >Landschaft des Jahres< ausgesucht. Seit 1989 werden diese Ehrung und Aufgabe vergeben, wobei die erste Landschaft des Jahres, der Bodensee, den sich Deutschland, Österreich und die Schweiz teilen, sicherlich die leichteste Übung war. Denn die Forderungen der NFI sind gerade dort, wo Arbeitslosigkeit und Strukturschwäche ebenso dominierend sind wie eine jahrhundertealte Animosität zwischen den betroffenen Völkern, nicht einfach umzusetzen.

So gehört zum Katalog der Organisation für die Odermündung ein umweltverträglicher und sozial verantwortlicher Tourismus, ein atomwaffen- und militärfreies Gebiet, keine umweltvernichtenden Betriebe und Einrichtungen, Erhalt der ökologischen Besonderheiten, Schaffung eines grenzüberschreitenden Naturparks Usedom-Wolin sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit der politisch Verantwortlichen. Das ist viel für eine Region, in der Umweltschutz in der Vergangenheit kaum eine Rolle spielte und wo Zusammenarbeit erst noch erprobt werden muss.

Freilich gibt es auf Basisebene Bemühungen um den Naturschutz, auch funktioniert die deutsch-polnische Kooperation dort, wo sich Einzelpersonen, Initiativen oder auch Gemeinden zusammentun. Doch den wirtschaftlichen Interessen der Mächtigeren stehen sie bislang hilflos gegenüber. Da ist auf deutscher Seite die Ostsee-Autobahn, die durch das Peenetal bis zur Autobahn Berlin-Szczecin gebaut werden soll. Die geplante Erdgasförderung bei Heringsdorf dürfte sicherlich auch kaum im Interesse des Naturschutzes gestanden haben, auch wenn dieses Kapitel zunächst ad acta gelegt zu sein scheint, ebenso wenig die Nutzung des ehemaligen AKW Greifswald als Zwischenlager für atomare Abfälle.

Auf polnischer Seite sieht es nicht viel anders aus, auch wenn dort eher mit Altlasten anstatt mit neuen Projekten zu kämpfen ist. Swinemünde ist neben Stettin der größte Umweltverschmutzer. Beide Städte hängen von Industrie ab, zwar durch Umschlaghäfen und Werften seebezogen, aber doch nicht minder belastend. Swinemünde hat zudem mit den Hinterlassenschaften der sowjetischen Flotte zu kämpfen, die dort fast ein halbes Jahrhundert stationiert war und durch Ölverseuchung wegen undichter Tanks und durch versenkte Munition nicht absehbare Schäden hinterlassen hat. Eine militärfreie Zone ist die Stadt bei weitem nicht, Schiffe der polnischen Flotte liegen dort immer noch vor Anker.

Die Oder selbst sammelt in ihrem 860 km langen Lauf von der Quelle in der Tschechischen Republik bis nach Stettin reichlich Schadstoffe an, die weitgehend ungeklärt in die ohnehin belastete Ostsee fließen. Täglich sind das schätzungsweise 600001 Stickstoff, 80001 Phosphate sowie Blei, Kadmium und Quecksilber.

Die Erfolge der Initiativen, die sich um die proklamierte Landschaft des Jahres bemühen, sind kaum zu spüren, auch wenn sich der Protest gegen umweltschädliche Projekte auf beiden Seiten der Odermündung immer massiver äußert. Doch das Umweltbewusstsein der Menschen hat sich geschärft. Manchmal auch aus dem einfachen Grund, dass die tourismusabhängige Region auf eine gesunde Umwelt angewiesen ist. Auf übergeordnete Initiative hin ist immerhin seit 1997 ein Klärwerk bei Swinemünde in Betrieb, das auch Gemeinden auf Usedom entsorgt. Und für jene, die auf ihr Auto verzichten wollen, gibt es mittlerweile einen 300 km langen, grenzüberschreitenden Radwanderweg rund um das Stettiner Haff.

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