INSEL WOLIN (WOLLIN) 2


Miedzyzdroje (Misdroy)

Reiseatlas: S. 225, D 2 Der altehrwürdige Badeort Mi^dzyz- droje (Misdroy) kann sich nicht nur eines breiten Sandstrands mit einer 3 km langen Promenade sowie romantischer Klippen, die bis zu 95 m tief ins Meer abfallen, sondern auch des mildesten Klimas der ganzen Ostseeküste rühmen – die umliegenden Berge, bis zu 116 m hoch, schützen das Städtchen vor den kalten Ostwinden.

Misdroy blickt auf eine noble Vergangenheit zurück. Es schauten Kaiser, Könige und sonstige Prominenz vorbei, um sich dort zu erholen. So galt Mis- droy, wo schon 1835 die ersten Badehäuschen errichtet wurden, bald als das vornehmste Ostseebad.

Auch heute noch hat Misdroy jenes altmodische Flair und die Bewohner einen Sinn für den Erhalt des alten Charmes, dass man es guten Gewissens als Perle Wolins bezeichnen kann. Nicht von ungefähr zählt das Bad zu den beliebtesten Ferienorten an der polnischen Ostseeküste.

seebrücke-miedzyzdroje

Seebrücke von Misdroy

Ursprünge

Die Tradition der Beherbergung geht in Misdroy weit zurück. Mitte des 13. Jh. wurde bereits ein Krug an diesem Ort erwähnt, der den Reisenden des ost- seeischen Handelsweges Erfrischung und ein Nachtlager bot, ansonsten für die Einheimischen als Gerichtssaal diente.

Bereits Mitte des 19. Jh., als ein bescheidenes Badewesen bereits blühte, gab es die ersten Villen und Pensionen. Eines der ältesten und auch prächtigsten Häuser Misdroys wurde um 1860 von dem belgischen Kaufmann Lejeu- ne erbaut. Es diente dann später inmitten eines schönen Parks als Kurhaus. Heute ist es das Kulturhaus des Badeortes.

Der lukrative Tourismus entwickelte sich schließlich um die Wende zum 20. Jh., als eine Eisenbahnanbindung nach Berlin auch Wolin zur >Badewanne< der Hauptstadt machte. 1906 wurde die imposante, 395 m lange Seebrücke eröffnet. Sie fiel allerdings bereits 1913 einer Sturmflut zum Opfer.

Misdroy wurde im Zweiten Weltkrieg zumindest in Hinblick auf seine Bausubstanz geschont. Doch wurden dann später etliche der altehrwürdigen Häuser abgetragen. Die Ziegelsteine dienten zum Wiederaufbau Warschaus. Auch wurden einige Betriebsferienheime errichtet, die sich unschön von der historischen Architektur abheben. Drei dieser Ferienklötze befinden sich am Kaffeeberg.

Sehenswürdigkeiten

Trotz einiger Verschandelungen sind viele der üppigen Villen noch weitgehend erhalten. Auch wenn die eine oder andere noch arg ramponiert er-scheint, so werden doch mehr und mehr der schönen Häuser restauriert. Eine gewisse Noblesse weht wieder durch den Ort, die er seit Vorkriegsta-gen ohnehin nie ganz verloren hat, und ein gelassener Internationalismus ist zumindest dort zu spüren, wo sich beispielsweise ein griechisches Restaurant oder ein sündhaft teurer Bernsteinjuwelier etabliert haben.

Die schönste Sehenswürdigkeit ist natürlich die Seebrücke, die seit den 1990er Jahren die alte ersetzt. Auch die neue Brücke ist mittlerweile 300 m lang und verfügt über eine überdachte Einkaufspassage, deren Angebotsvielfalt an das Heringsdorfer Pendant erinnert, wenn auch nicht ganz so westlich veredelt und auf jeden Fall in ihrem Warenangebot preiswerter.

Ein Spaziergang entlang der Promenade überwältigt mit den unterschiedlichsten Eindrücken: Zuckerbäckervillen stehen neben schlichten Bretterbuden; in Kiosken werden am offenen Grill gegarte Fleischstücke zum Bier gereicht, während in reizenden Restaurants weiß gedeckte Tische mit üppig oder fein zubereiteten Speisen locken; Bernstein wird in Läden und an Marktständen in jeglicher Verarbeitung und Preislage angeboten.

Am nordöstlichen Ende der Promenade ist das prestigeträchtigste Projekt von Misdroy nicht zu übersehen: das Hotel Amber Baltic (s. Unterkunft), ein riesiger, nüchterner Betonbau mit Vier- Sterne-Luxus, dessen österreichische Bauherren von wenig Wiener Charme beleckt gewesen sein müssen. Dafür bietet es Luxus, Genuss und Vergnügen, für polnische Verhältnisse reich-lich teuer, aber für westliche Besucher noch immer erschwinglich.

Man beachte die Betonplatten auf dem Vorplatz Richtung Seebrücke: Dort haben polnische Filmsternchen und Zelluloidgrößen auf dem »Sternen- weg< ihre Handabdrücke im Beton hinterlassen – ein Hauch von Hollywood. Ein Ruhepol ist weiter landeinwärts der Kurpark (Park Zdrojowy), der 1972 neu gestaltet wurde, aber immer noch den herrlichen alten Baumbestand aufweist.

Nicht weit davon befindet sich die Paulskirche, die 1832 vom preußischen Baumeister August Stüler entworfen und vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. mitfinanziert wurde. Die ursprünglich protestantische Kirche ist mittlerweile katholisch und dient ais Veranstaltungsort des internationalen Festivals für Chormusik und Orgelkonzerte, das seit 1965 alljährlich in Misdroy stattfindet.

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall im Museum des Nationalparks Wolin (Museum Woliiiskiego Parka Naro- dowego) in der ul. Niedpodlegosci 3, der Hauptverkehrsstraße nach Stettin und Swinemünde. Das moderne Gebäude passt in seiner Gestaltung hervorragend in die Umgebung, ohne sich der alten Villenarchitektur anzubiedern. In dem Museum werden zahllose Exponate zur Natur des Woliner Nationalparks ausgestellt und erläutert (Di-So 9-17 Uhr). Von dem Museum führen auch ausgeschilderte Wanderwege in die Wildnis dieser erholsamen Landschaft.

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