KUNST UND KULTUR


Architektur

Drei traditionelle Baustile kennzeichnen die pommersche Küste: die einfachen Reetdachhäuser der Fischer und Bauern, die hanseatische Backsteingotik und die verspielte Bäderarchitektur. Alle drei stehen wieder hoch im Kurs, auch wenn von der Backsteingotik auf Usedom nicht mehr viel übrig ist.

Fischerhütten

Im Hinterland oder auch in den kleineren Badeorten findet man die hübschen geduckten Reetdachhäuser, die mittlerweile eine Renaissance erfahren. Sie wurden ursprünglich aus den vorhandenen Baumaterialien errichtet, da sich die armen Fischer kaum gebrannte Dachziegel leisten konnten. Die Räume waren niedrig und klein, das Dach zog sich tief hinunter. Reet oder auch Ried war auf Usedom reichlich vorhanden. Es wuchs an den Binnengewässern in großen Mengen. Tatsächlich sieht ein Reetdach nicht nur hübsch aus und passt vorzüglich in die Landschaft, sondern bietet auch weitaus bessere Isolierung und längere Haltbarkeit als moderne Ziegel.

usedom-heringsdorf

Heringsdorf, Usedom

Backsteingotik

Die behäbige und stabile Backsteingotik kam mit den ersten Mönchen ins Land und wurde dann von den reichen Kaufleuten auch für ihre Bürgerhäuser verwendet. Diese Architektur war zunächst aus einem landestypischen Mangel geboren: An der Küste gab es kein vernünftiges Material, so genannte Hausteine, die die andernorts übliche Bauweise für Kirchen, Klöster, Befestigungen oder Repräsentationsbauten zugelassen hätten. Die zahlreichen Feldsteine und Findlinge auf der Insel waren zu hart zur Bearbeitung.

Die Mönche lösten das Problem, indem sie Ziegel aus Tonerde brannten. Das andersartige Material, daß sich nicht wie Haustein beliebig formen ließ, erforderte einen völlig neuen Baustil. Die himmelstrebende Gotik jener Zeit blieb zwar prinzipiell erhalten, geriet aber wuchtiger und kantiger mit dem neuen unflexiblen Material als ihre Vorbilder aus dem weichen Sandstein. Im 13. Jh., als die Hanse auf der Höhe ihrer Macht und ihres Reichtums war, lief auch die Ziegelproduktion auf Hochtouren, jedoch waren die Steine nur für die Repräsentationsbauten der reichen Städte bestimmt. Imposante Backsteingotik an Profanbauten findet man auf Usedom somit selten. Einzige erhaltene Originale sind das Anklamer Tor in der Stadt Usedom und die Kirche in Krummin.

Selbst dort, wo kleine Dorfkirchen der Insel aus Backstein errichtet wurden, benutzte man zumeist aus Kostengründen den weitaus billigeren Feldstein als Fundament. Die alten, recht groben Feldsteinkirchen wurden in den folgenden Jahrhunderten umgebaut. Der Backstein erfuhr im 19. Jh. eine Renaissance, als die Gotik als Neogotik romantisch verklärt wurde.

Schlösser und Herrensitze

Als sich die Adligen Schlösser und Herrensitze bauten, gehörte Usedom keineswegs zu den bevorzugten Standorten, auch wenn es einige bedeutende slawische Burgwallanlagen gab. Die Pommernherzöge errichteten lediglich zwei Residenzen auf der Insel: Schloss Pudagla, das nach vielen Umbauten wenig Interessantes zu bieten hat, und das Schloss in der Stadt Usedom, das längst von der Bildfläche verschwunden ist. Das Wolgaster Schloss auf dem Festland existiert auch nicht mehr. In der Region um Usedom überlebten nur zwei Herzogssitze: Schloss Ueckermünde und das repräsentative Pommernschloss im polnischen Stettin.

Die einzige Schlossanlage, die auf Usedom selbst erhalten blieb, ist das romantische Schloss Mellenthin aus dem 16. Jh., das mittlerweile in Privat-besitz ist, aber nach Fertigstellung der Umbauarbeiten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Bäderarchitektur

Typischer Baustil an der Küste Usedoms ist jedoch die Bäderarchitektur, eine Erfindung der Gründerzeit, die Ende des 19. Jh. mehr von Geld denn von klarer Stilsicherheit gekennzeichnet war. Da ein Badeurlaub in jener Zeit, als die üppig gestalteten Villen entstanden, keineswegs ein Massenvergnügen fürs gemeine Volk war, sondern zunächst ein Privileg des Adels und später auch der wohlhabenden Bürgerschichten, waren die neuen Häuser keine zweckmäßige Unterkunft, sondern ein großzügiger Hort des Luxus und des Wohllebens. Somit ist den Villen auch eher ein gewisses städtisches Flair eigen, das sich pompös von den bescheidenen Fischerhäuschen abhob.

Jeder Bauherr versuchte offenbar seinen eigenen Geschmack in einem Stilgemisch auszudrücken. Das wirkt heute in der Gesamtheit keineswegs kitschig, sondern anmutig und verspielt, manchmal auch recht herrschaftlich. So findet man griechische Giebel, römische Säulen, normannische Zinnen, gotische Türmchen, Fachwerk- oder Jugendstilornamente und oft einen Hauch von Barock – ein Ensemble der Stile, das dem Betrachter nie langweilig wird.

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