Peenestrom und Haffküste


WOLGAST UND UMGEBUNG

Die alte Pommernresidenz Wolgast – nördliches Eingangstor zur Insel Usedom – ist eine der gemütlichsten Städte im Nordosten Deutschlands, die mit ihrer mittelalterlichen Straßenanlage und den hübschen Barockhäusern den Charme einer alten Hansestadt mit behäbiger Ackerbürgerlichkeit verbindet. In der Umgebung von Wolgast gibt es darüber hinaus beschauliche kleine Badeorte am Peenestrom sowie ländliche Stille.

Wolgast

Reiseatlas: S. 218, A/B 3 Die kleine Stadt (ca. 12000 Einw.) am Peenestrom, ein belebter Durchfahrtsort für all jene Sommertouristen, die sich an Usedoms Stränden erholen wollen, konnte ihren mittelalterlichen Charme bis heute bewahren.

Die einstige Residenz der pommer- schen Herzoge unterlag zahlreichen geschichtlichen Wandlungen, Feuersbrünsten und Kriegen, und dennoch präsentiert sie sich heute fast so, als wären all die Stürme spurlos über sie hinweggefegt. Das liegt vor allem daran, dass jeder Wiederaufbau der Alt-stadt sich am ursprünglichen mittelalterlichen Straßenplan und -bild orientierte, und so wollen es die Wolgaster auch in Zukunft halten. Folglich wurden in den vergangenen Jahren die bestehenden alten Häuser eher saniert denn abgerissen. Und Neubauten passen sich weitgehend dem alten Stadtgefüge an.

wolgast-bruecke

Anfänge

Wolgast ist eine der ältesten Siedlungen Pommerns, wenn auch erst im 10. Jh. erstmals urkundlich erwähnt. Bereits zu Beginn des 7. Jh. befand sich auf der heutigen Schlossinsel, die der Stadt im Peenestrom vorgelagert ist, damals aber noch eine Halbinsel war, eine slawische Burganlage. Auf der höchsten Erhebung gegenüber auf dem Festland diente ein Tempel als Heiligtum der ersten Wolgaster, das der slawischen Gottheit Gerovit geweiht war.

Im 12. Jh. gab es den ersten historischen Einschnitt im Geschick der Siedlung. Im Jahr 1123 besetzte der Pommernherzog Wratislaw I. den Flecken, ließ zwischen der Burghalbinsel und dem Festland einen Graben ziehen und eine steinerne Burg errichten. Somit wurde der Grundstein für das herr-schaftliche Zentrum Wolgasts, das spätere Pommernschloss, auf der Schlossinsel gelegt.

Fünf Jahre später trat Bischof Otto von Bamberg auf den Plan und christianisierte die slawischen Herren des Landes. Der Tempel wurde zerstört und stattdessen eine Kirche gebaut, die Otto noch selbst weihte. 1282 schließlich erhielt die Stadt Lübisches Recht und wurde für kurze Zeit Mitglied der Hanse. Mit der Teilung Pommerns in die Stettiner und Wolgaster Linie im Jahre 1290 stieg Wolgast zur Residenzstadt auf.

Aus der schlichten Burg wurde im Laufe der Zeit schließlich ein prachtvolles Schloss, doch die Residenzherrlichkeit fand mit dem Aussterben der Wolgaster Herzogslinie 1625 ein Ende. Dafür kamen nun die Schweden, in deren Besitz Wolgast bis 1815 blieb.

Das ungenutzte Schloss verfiel immer mehr und wurde Ende des 18. Jh. von den Schweden als Steinbruch freigegeben. In jener Zeit begann die wirt-schaftliche Blüte Wolgasts. Schon seit ihrer Gründung hatte die kleine Stadt am Peenestrom die Verbindung zwischen Ostsee und Oder beherrscht und konnte deshalb nicht nur von Zöllen profitieren, sondern vor allem vom Handel. Getreide und andere Waren aus dem Hinterland wurden von Wol-gaster Kaufleuten nach Skandinavien, Holland, Belgien, England und sogar bis Amerika verschifft.

Zerstörung und Aufbau

Kriege und Stadtbrände haben den Wolgastern zwar stets zu schaffen gemacht, doch der Nordische Krieg setzte ihnen besonders zu. 1713 wurde fast der gesamte Ort auf Befehl des russischen Zaren in Schutt und Asche gelegt. Die Bürger jedoch, so heißt es zumindest in der Stadtchronik, haben praktisch noch auf den rauchenden Trümmern ihre Stadt unverdrossen wieder aufgebaut.

Handel und Seefahrt gingen wie gewohnt weiter und blieben eine Quelle des Wohlstands bis in die Mitte des 19. Jh., als Dampfschiffe die Wolgaster Segler schließlich überflüssig machten und der Anschluss ans Eisenbahnnetz moderne Zeiten einläutete. Doch auch dieser Herausforderung stellte man sich. Industriebetriebe wurden gegründet, die zwar nicht die alte Herrlichkeit zurückbrachten, aber wirtschaftlichen Niedergang kompensierten.

Den Zweiten Weltkrieg hat Wolgast weitgehend unbeschadet überstanden. Da sich die Stadt kampflos ergab, blieben ihre Anmut und der alte Häuserbestand erhalten – bis auf die üblichen neuzeitlichen Errungenschaften der Nachkriegszeit. Die neuen Herren zeigten sich auf gewisse Weise traditionsbewusst: An der Stelle des längst vergangenen Schlosses auf der Schlossinsel wurde das Hochhaus der Kreisverwaltung errichtet. Und auch der Schiffbau erfuhr einen neuen Aufschwung. Die 1948 gegründete Peene-Werft entwickelte sich bald zur bedeutendsten Marinewerft der DDR. 1992 wurde sie privatisiert.

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