SÜDLICHES ACHTERLAND 3


Morgenitz

Reiseatias: S. 221, D 3 Morgenitz ist eine Postkartenidylle. Reetgedeckte Häuser, Kopfsteinpflastersträßchen, frei laufende Hühner, Kühe und Pferde geben dem Ensemble einen idyllischen Anstrich. Das Dorf ist eine slawische Gründung (Murignevitz), wurde aber von den Prämonstratenser- mönchen rasch mit freien niedersächsischen Bauern besiedelt. Dass es sich hier um uraltes Siedlungsland handelt, beweisen die steinernen Trogmühlen aus der Bronzezeit und die Mahlsteine aus frühslawischer Zeit, die der 1945 verstorbene Gemeindepfarrer Hörstel in der Umgebung gefunden und auf dem idyllischen Kirchhof niedergelegt hat. Man findet sie inmitten der Grabkreuze, die größtenteils aus dem 19. Jh. stammen und nicht nur mit Namen und Daten beschriftet sind, sondern auch über die Todesursache der Verblichenen Auskunft geben. Älteste Grabstätte ist die eines schwedischen Obristen namens Paul Weedeke von Borcke, dessen Sarkophag seit 1699 in der Gruft unter dem Altar der Kirche ruht. Die Gruft mit Prunksärgen ist zugänglich. Die hübsche Kirche stammt in ihren ältesten Teilen aus dem 15. Jh. und weist eine barocke Ausmalung im Innenraum auf.

Lieper Winkel

Reiseatlas: S. 220/221, C/D 2/3 Der Lieper Winkel ist eine Halbinsel, die wie ein Ballon in das Achterwasser reicht, eine Landschaft, in der sich seit der ersten Besiedlung Usedoms offensichtlich nicht viel getan hat. Still und ruhig ist es dort, die reinste Erholung – und ideal für Fahrradausflüge. Die Halbinsel ist neben Gnitz auf der gegenüberliegenden Seite des Achterwassers die abgeschiedenste Gegend Usedoms, und man kann sich bildlich vorstellen, dass an diesem Winkel die Zeitläufe vorübergerauscht sind, ohne dass es die Menschen und die Lebensweise wesentlich verändert hätte. Hier haben sich in der Tat slawische Brauchtümer und eigene Trachten bis in das 20. Jh. erhalten können, was auch den Sümpfen und dichten Eichenwäldern zu verdanken war, die einst die Halbinsel von der Hauptinsel trennten.

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Rad- und Wanderweg auf dem Lieper Winkel

Nur eine Hand voll Dörfer sind in der Landschaft verstreut, deren jeweilige Einwohnerzahl die Hundert kaum überschreiten dürfte. Liepe, das dem Winkel den Namen verliehen hat, liegt im Herzen der Halbinsel. In dem Ort steht die älteste Kirche Usedoms, die erstmals 1216 urkundlich erwähnt wurde.

Die anderen Dörfer erstrecken sich am Ufer des Achterwassers. Für schöne Fotos lohnt sich ein Ausflug nach Warthe, wo das »blaue Haus«, ein tiefblau getünchtes Reetdachhaus, ein malerisches Motiv ergibt. Wer einsame Strände schätzt, die man auf Usedom kaum noch vermutet, sollte sich an den ca. 2 km langen Strandabschnitt bei Quilitz begeben. Der Strand ist nicht sehr breit, aber feinsandig, und ganz bestimmt (noch) so gut wie einsam.

Eingangstor zum Lieper Winkel ist Rankwitz, wo man nicht nur frisch geräucherten Fisch kaufen, sondern sich auch in der kleinen Heimatstube über das Leben in früheren Zeiten in diesem abgelegenen Flecken informieren kann. Das winzige Museum ist in einer alten Scheune untergebracht und kann nur nach Absprache besichtigt werden (Tel. 03 83 72/7 05 35).

Usedomer Winkel

Reiseatlas: S. 222/223, C/D 1 Die Landzunge zwischen Peenestrom und Kleinem Haff, die man von Anklam kommend als erstes Gebiet auf der In-sel Usedom betritt, wird oft von den Sommergästen auf dem Weg zu den Kaiserbädern links liegen gelassen. Die Landschaft ist flach und überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Durchgangsort war dieser Landstrich auch schon in früheren Zeiten, denn dort bei Karnin befand sich die einstmals modernste und längste Eisen- bahn-Hubbrücke Europas. Sie wurde 1930-1933 gebaut, nachdem die alte Eisenbahnbrücke (1876) dem zunehmenden Verkehr nicht mehr genügte. Die neue 360 m lange Hubbrücke wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht gesprengt. Später demontierten die Sowjets die Gleisanlagen Richtung Swinemünde. So steht heute nur noch der 33 m hohe Hubteil inmitten des Peenestroms.

Eine Instandsetzung ist nach langen Bemühungen des Vereins der Usedomer Eisenbahnfreunde ad acta gelegt worden. Zumindest wurde der traurige Rest des Bauwerks zum technischen Denkmal erklärt. Die Eisenbahnfreunde waren darüber hinaus nicht müßig. Sie haben den alten und ziemlich verfallenen Karniner Bahnhof wieder mit neuem Leben erfüllt. Sie richteten dort ein hübsches Cafe ein, samt einer Ausstellung und natürlich ihren Dokumentationen zum Kampf um den Wiederaufbau der historischen Eisenbahn- Hubbrücke.

Der kleine Ort Stolpe (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort bei Anklam), der recht abseits von allen Durchgangsstraßen nahe der Haff-küste liegt, ist ein Zeugnis der pom- merschen Junkergeschichte. Ein Dorf, das noch Zeichen von Ausbeutung und Armut zeigt.

Es gibt zwar ein Schloss in Stolpe, nicht sehr schlossmäßig, aber mit reicher Geschichte. Der erste Herrensitz in dem unscheinbaren Ort stammt aus dem 13. Jh. und gehörte dem slawischen Adelsgeschlecht Sweryne, das sich dank geschickter Politik und Anpassungsbereitschaft über die Jahr-hunderte behaupten konnte. Selbst ihr Name wurde eingedeutscht: Schwerin. Bis 1945 lebten sie in Stolpe und gaben erst 1817 zögerlich und unter dem Druck preußischer Reformen die Leibeigenschaft auf. Edda von Schwerin, die letzte Bewohnerin des Schlosses, musste 1945 wie so viele fliehen – ihr Heim wurde erst geplündert, dann weitgehend demontiert und die Steine für Neubauten verwendet. Von dem urspünglichen Renaissancebau mit seinen An- und Umbauten aus späteren Jahrhunderten ist nicht mehr viel erhalten. Die Gräfin setzte immerhin in den 1950er Jahren durch, auf ihrem angestammten Land begraben zu werden.

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EINE SENSIBLE LANDSCHAFT – DIE ODERMONDUNG

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METROPOLE SZCZECIN (STETTIN)

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