VON ZINNOWITZ BIS PEENEMÜNDE 3


Seebad Trassenheide

Reiseatlas: S. 218, C 2/3 Sandstrand, Wald und Wiesen – viel mehr scheint Trassenheide nicht zu bieten zu haben. Aber viel mehr braucht man eigentlich auch nicht für einen sehr geruhsamen Urlaub. Der winzige Ort, in dem es selbst in der Flochsaison still zugeht, ist das ideale Ziel für Familien, die ohne Rummel und Ablenkung einen erholsamen Aufenthalt am Meer genießen wollen, und auch für Menschen, die nichts anderes als entspannen wollen.

Der Tourismus hat in Trassenheide erst sehr spät Fuß gefasst, genau genommen erst in der DDR-Zeit, als ein paar betriebliche Ferienheime in klei-nem Maßstab eingerichtet wurden. Auch gibt es keine weit reichende Historie, denn erst 1824 wurde die Siedlung als Kolonie Flammelstall »in einer öden Strandgegend« gegründet. Später fand man den Namen Flammelstall nicht mehr sonderlich attraktiv, und so benannte sich die Gemeinde im Jahr 1910 um in Trassenheide, nach der alten Försterei Trassenmoor.

Zarte Versuche, Badegäste anzulocken, gingen bereits im Ansatz unter, als 1936 Mitarbeiter der unteren Ebene der Fleresversuchsanstalt Pee-nemünde in dem schlichten Dorf einquartiert wurden und Trassenheide ebenso wie Zinnowitz und Karlshagen zum Sperrgebiet erklärt wurde.

trassenheide-usedom

Nach dem Krieg passierte nicht viel in Trassenheide. Außer einigen Betriebsferienheimen gab es nur ein paar kleinere Industrieansiedlungen – u. a. wurden chirurgische Instrumente und Fischverarbeitungsmaschinen hergestellt -, die aber nach der Wende alle abgewickelt wurden. Dennoch blüht der Tourismus heute in dem stillen Seebad, wenn auch mehr auf bescheidener Ebene, was allen zugute kommt, die ebenjene Ruhe zu schätzen wissen.

Seebad Karlshagen

Reiseatlas: S. 218, B/C 2 Erst seit Anfang 2002 darf sich der frühere Erholungsort Karlshagen auch Seebad nennen, was überfällig war. Denn zu einem zwar kleinen und stillen Seebad hat sich Karlshagen längst entwickelt. Zahlreiche Apartmenthäuser mit Läden und Restaurants wurden in den vergangenen Jahren gebaut. Und auch der alte Fischerhafen am Peenestrom – er war lange Zeit Militärhafen – hat eine Runderneuerung erfahren, mit Ferienwohnungen am und Freizeitbooten auf dem Wasser. Auch der berühmt einsame Strand ist mittlerweile recht belebt, wenn auch nicht so wie der an den Kaiserbädern. Derzeit wird die Strandpromenade saniert, die zu einer 250 m langen »Erlebnismeile« mit Seilbahn, Laubengarten und Aussichts-plattform umgebaut wird und somit dem stillen Ort weitere Attraktionen beschert.

Karlshagen wurde ebenso wie Trassenheide im 19. Jh. als landwirtschaftliche Kolonie gegründet und nach dem Oberregierungsrat von Stettin, Karl Triest, benannt. In Sachen Bädertourismus war der Ort jedoch geringfügig erfolgreicher als der kleinere Nachbar. Denn immerhin erhielt Karlshagen bereits 1885 eine Seebrücke bzw. einen eher schlichten, ca. 100 m ins Meer hinausreichenden Plankensteg.

So bescheiden sich der Tourismus um die Jahrhundertwende anließ, 1936 war die Saison auch dort vorbei. Der Hafen Karlshagen wurde zum Militär-hafen III der Wehrmacht ausgebaut, und für die Mitarbeiter der Heeresversuchsanstalt Peenemünde entstand am Ortsausgang eine neue Siedlung aus hübschen Reihenhäuschen. Durch die Bomben von 1943 wurde diese jedoch vollständig zerstört.

Im Wald Richtung Trassenheide nahe den Bahngleisen befindet sich seit 1970 eine Gedenkstätte für die Opfer des britischen Bombenangriffs von 1943. Die Menschen, die im Bombenhagel umkamen, waren hauptsächlich Zwangsarbeiter, die in dem Barackenlager, das zu ihrem Friedhof wurde, untergebracht waren.

Peenemünde

Reiseatlas: S. 218, B 2 Die nördlichste Ecke Usedoms mit ihrer außerordentlich schönen Landschaft aus dichtem Wald, Marschland sowie breiten und fast einsamen Stränden ist nahezu unbesiedelt und hatte in dieser Region am schwersten an der deutschen Geschichte zu tragen. Der Zipfel, der so ungeschützt in die Ostsee reicht, markierte bis ins 19. Jh. den einzig schiffbaren Zugang zur Oder und damit ins begehrte Hinterland mit den wohl-habenden Städten, was über die Jahrhunderte immer wieder Invasoren aus den Ostseeanrainern anzog und später militärische Abschottung brachte.

Seit Menschengedenken war das Dörfchen Peenemünde, das an der Schmalstelle liegt, wo der Peenestrom sich zur Ostsee öffnet, die einzige An-siedlung in dieser Gegend. Zeugnis der frühen Besiedlung ist der Peenemünder Goldschatz, der 1905 bei Waldarbeiten gefunden wurde. Es handelt sich um goldene Armreifen, die den Jomswikingern zugeordnet werden, die über Peenemünde häufig ihre Raub- und Eroberungszüge begannen. Später entdeckte man sogar einen bronzenen, etwa 3500 Jahre alten Armring und einen ca. 1500 Jahre alten Goldring. Die Fundstücke befinden sich im Stralsunder Museum, Kopien sind im Wolgaster Museum ausgestellt.

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