VON ZINNOWITZ BIS PEENEMÜNDE 4


Eroberungen

Peenemünde wurde 1282 erstmals erwähnt, ein Ort, dessen Einwohner sich über Jahrhunderte bemühten, unter rauen Bedingungen ihren Lebensun-terhalt mit Landwirtschaft und Fischerei zu verdienen. Die wirklich harten Zeiten für die Peenemünder begannen jedoch während des Dreißigjährigen Krieges, als auf Anordnung Wallensteins 1628 an der Schmalstelle des Peenestroms, etwa auf Flöhe des heutigen Hafens, eine von Erdwällen be-festigte, sternförmige Schanze errichtet und mit kaiserlichen Soldaten besetzt wurde. Das war der Beginn der militärischen Anlagen, und bis ins spä-te 19. Jh. und dann wieder im 20. Jh. sahen sich die Peenemünder mit Militär unterschiedlichster Herkunft konfrontiert.

Erst eroberten die Dänen die Schanze, dann kurz darauf die Schweden, dann folgte der Brandenburgisch- Schwedische Krieg und schließlich der Nordische Krieg. Im Siebenjährigen Krieg Mitte des 18. Jh. gab es erneut Kämpfe um die Schanze, bis Preußenkönig Friedrich II. die umkämpfte Befestigung schließlich schleifen ließ, da sie nur Ärger mache, wie er meinte. Doch auch als die verbliebenen Bauten zivil als Lotsen- und Zollstation genutzt wurden, blieben die kriegerischen Auseinandersetzungen um das Einfallstor nach Preußen nicht aus. Auch im 19. Jh. war Peenemünde während der Napoleonischen Kriege und erneut während des Deutsch- Französischen Krieges eine umkämpfte Region.

peenemuende-usedom

Kurzer Touristentraum

Ende des 19. Jh. wollte Peenemünde ebenfalls wie die anderen Küstenorte auf Usedom Seebad werden – ein vergebliches Unterfangen. Der Nordzipfel Usedoms war verkehrsmäßig schlecht erschlossen, die touristischen Angebote mehr als dürftig. 1930 errichtete man immerhin als Touristenattraktion einen Gedenkstein zum 300. Jahrestag der Landung des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf. Seine Inschrift lautet: »Verzage nicht, Du Häuflein klein«. Der Gedenkstein befindet sich noch heute auf der Friedhofsanlage um die kleine Kapelle, die die Peenemünder als erstes Gotteshaus ihrer Geschichte 1876 erhielten.

Raketenforschung

Der Traum vom Seebad war 1935 endgültig ausgeträumt, als Wernher von Braun im Auftrag des Heereswaffenamts ein Versuchsgelände für die geheime Raketenforschung (s. S. 131) ausfindig machen sollte und die Abgeschiedenheit des Peenemünder Hakens auswählte. 750 000 Reichsmark zahlte die Wehrmacht 1936 der Stadt Wolgast, der der Peenemünder Haken gehörte, für das gesamte Gelände. Die Stadt konnte sich mit dem Geld endlich eine Wasserleitung leisten. Die Bewohner wurden zwangsevakuiert und stattdessen zogen rund 1500 Wissenschaftler und Ingenieure sowie 8000 weitere Spezialisten auf die Insel Usedom. Die höheren Ränge wohnten in Zinnowitz, alle anderen in einer neuen Siedlung in Karlshagen sowie in Trassenheide. Tausende von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und Häftlingen aus Konzentrationslagern brachte man in Baracken unter. Fast die gesamte Nordhälfte der Insel bis Zempin wurde zum Sperrgebiet erklärt.

In Peenemünde entstand zwischen 1936 und 1943 das damals modernste Forschungszentrum der Welt. Konzerne wie Siemens, IG Farben, Telefunken und Preussag waren daran beteiligt. Doch die Forschung an einer Weltraumrakete, wie es viele Wissenschaftler zu glauben Vorgaben, war nur ein Feigenblättchen für die Entwicklung von Vernichtungs- bzw. Vergeltungswaffen.

1943 entdeckte die britische Aufklärung die streng geheim gehaltene Peenemünder Forschungsanlage. Fast 600 britische Lancaster warfen dann in der Nacht zum 18. August des gleichen Jahres an die 20001 Bomben auf Peenemünde. Statt jedoch wie geplant die Forschungsanlagen zu zerstören, trafen sie wegen eines Navigationsfehlers die Gefangenenlager und Wohnsiedlungen. Über 1000 Menschen, hauptsächlich Häftlinge, starben in dem Flammeninferno. Die Raketenproduktion wurde daraufhin zwar in andere Standorte in Süddeutschland und im Harz verlegt, geforscht wurde in Pee-nemünde jedoch weiterhin. Erst nach einem weiteren Bombenangriff im Jahr 1944 stellte man die Arbeit in der Versuchsanstalt endgültig ein. Die V1 und die V2, die Peenemünder Zerstörungsprodukte, kosteten in England, den Niederlanden und in Belgien ca. 23000 Menschen das Leben.

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