VON ZUCHT UND ORDNUNG AM BADESTRAND


»Badegäste gehen unvernünftigerweise ins kalte Wasser, geben ihr Geld unnötigerweise aus und legen sich wider das Gebot eines gesunden Lebens in die pralle Sonne«, beschreibt der Schriftsteller Hans Werner Richter das Badewesen aus pommerscher Sicht. »Du büst so dumm wie ein Badegast«, zitiert er weiterhin einheimischen Kindermund. Kopfschütteln haben die ersten Badegäste vermutlich tatsächlich hervorgerufen, denen keineswegs das reine Vergnügen eines fröhlichen Strandlebens im Sinn stand, sondern die Lehre von der Heilsamkeit eines Bades im Meer. Den Fischern und Bauern war das verständlicherweise unbegreiflich. Freiwillig begab sich von den Einheimischen niemand ins Wasser. Als der preußische Oberforstmeister und Begründer von Heringsdorf dies um 1820 erstmals mit offensichtlicher Freude am Usedomer Strand tat, erwog der örtliche Ma-gistrat sogar, ihn ins Zuchthaus oder die Irrenanstalt zu stecken.

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Puritanische Züchtigkeit war im Badewesen von Anfang an gefordert. Es begann mit dem Badekarren, in dem sich die Badegäste ins seichte Wasser ziehen ließen und von dort über ein blickgeschütztes Treppchen ins Wasser stiegen. In den Badekarren stieg man voll bekleidet, zog sich diskret aus, stieg kurz und bibbernd ins Meer und kam schließlich wieder hochgeschlossen an den Strand zurück. Um die Wende zum 20. Jh. wurden in den Seebädern Badehäuser mit Umkleidekabinen und Treppen ins Wasser hinein gebaut, strikt nach Geschlechtern getrennt und mit jeweils einigen hundert Metern Abstand zwischen Frauen- und Männerbad. Man badete selbstverständlich nackt, so wie es der Arzt verordnet hat, denn das Tragen von Kleidern »ist durchaus schädlich, verhindert ein schnelles Abtrocknen und gibt sehr leicht zu Erkältungen Anlass«.

Nach dem Ersten Weltkrieg lockerten sich die Badesitten, zumindest, was die getrennten Badehäuser anging. Man tummelte sich frei am Strand und ruhte sich im Strandkorb aus. Die überflüssigen Badehäuser wurden abgerissen. Die Bekleidung unterlag jedoch festen Vorschriften. Noch 1933 gab der preußische Innenminister den so genannten Zwickelerlass heraus: »Das öffentliche Nacktbaden ist untersagt und Frauen dürfen nur öffentlich baden, falls sie einen Badeanzug tragen, der Brust und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt, unter den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist. Männer dürfen öffentlich nur baden, falls sie wenigstens eine Badehose tragen, die mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist.«

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Badesitten von allen Vorschriften entfernt. Es wurde nackt gebadet oder auch im schicken Badedress. Das hat sich nach der Wende jedoch wieder gründlich geändert. Nun gibt es ausgewiesene FKK-Strände, fein abgegrenzt und außerhalb der Sichtweite familiärer Badeorte.

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